Die Desk-Sharing-Quote richtig bestimmen
Die Desk-Sharing-Quote gibt an, wie viele Arbeitsplätze pro Mitarbeitendem bereitgestellt werden. Eine Quote von 0,7 bedeutet: 70 Arbeitsplätze für 100 Mitarbeitende. In der Praxis sind Werte zwischen 0,6 und 0,8 verbreitet. Einen allgemeingültigen Richtwert gibt es aber nicht, darauf weist auch das Fraunhofer-Institut für Bauphysik hin. Die passende Quote ergibt sich aus der tatsächlichen Anwesenheit in Ihrem Unternehmen.
Häufig wird die Fläche nach dem Homeoffice-Anteil gekürzt: ein Homeoffice-Tag pro Woche gleich 20 Prozent weniger Arbeitsplätze, zwei Tage gleich 40 Prozent. Diese Rechnung unterstellt, dass sich die Anwesenheit gleichmäßig über die Woche verteilt. In den meisten Unternehmen ballt sie sich aber an zwei oder drei Tagen, meist von Dienstag bis Donnerstag. Wer nach dem Durchschnitt plant, hat an diesen Tagen zu wenig Plätze. Und wer mehrmals keinen Platz gefunden hat, kommt seltener ins Büro.
So gehen Sie vor:
Anwesenheit messen: Erfassen Sie über mindestens vier zusammenhängende Wochen tagesgenau, wie viele Personen im Büro sind, etwa über Zutrittsdaten, ein Buchungssystem oder eine einfache Zählung am Empfang.
Spitzentag bestimmen: Maßgeblich ist der Tag mit der höchsten Anwesenheit, nicht der Durchschnitt.
Puffer einrechnen: Schlagen Sie auf den Spitzenwert etwa 10 Prozent auf, damit an starken Tagen nicht jeder letzte Platz belegt ist.
Feste Plätze abziehen: Rollen mit besonderer Ausstattung oder hohem Vertraulichkeitsbedarf, etwa Empfang, Personalabteilung oder Buchhaltung, behalten oft einen festen Arbeitsplatz.
Beispiel: Ein Unternehmen hat 100 Mitarbeitende. Im Durchschnitt sind 55 Personen anwesend, am stärksten Tag 78. Plus 10 Prozent Puffer ergeben sich rund 86 Arbeitsplätze, also eine Quote von 0,86. Die Rechnung nach dem Durchschnitt hätte 55 Plätze ergeben, an Spitzentagen hätten über 20 Personen keinen Platz gefunden.